Wie das Baden in der Förde langfristig gelingen kann

VonPhilip Schüller

Wie das Baden in der Förde langfristig gelingen kann

Aktuell gibt es viele Kieler*innen, die sich bei den sommerlichen Temperaturen in der Kieler Förde abkühlen. Doch diese Abkühlung ist nicht zu unterschätzen: Abgesehen davon, dass das Baden im Hafengebiet nur in wenigen Ausnahmefällen erlaubt ist, birgt der Spaß ein hohes Risiko. Es ist in den vergangenen Jahren immer wieder zu brenzligen Situationen mit Fähren oder Ruderbooten gekommen. Solche Unglück möchte ich auch zukünftig vermeiden!

Warum man nicht einfach mal eben das Baden erlauben kann

Natürlich kennen wir diesen Bedarf schon länger, weshalb wir uns im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und für den kleinen Badesteg eingesetzt haben. Natürlich ist dies nur eine kurzfristige Lösung und eine kleine Fläche, die auf Grund der Corona-Situation noch weniger Platz bietet. Doch die vermeintlich einfachste Lösung, einfach allen das Schwimmen zu erlauben, ist der falsche Weg. Die vorhandenen Stege dienen dem Wassersport, die Anleger werden regelmäßig durch die Fähren angefahren und in der Hörn die Wasserqualität ist nicht gut genug.

Wir wollen eine dauerhafte Bademöglichkeit schaffen

Mir ist bewusst, dass die vielen Alternativen, die wir in Kiel haben, aus verschiedenen Gründen nicht für alle in Frage kommen. Die Strände im Kieler Norden sind für die Berufstätigen zu weit entfernt. Die Kieler Bäder oder die Seebar kosten Geld. Der Strand Hasselfelde ist noch immer ein Geheimtipp. Wir benötigen also eine dauerhafte Bademöglichkeit in der Kieler Förde, die zum verweilen einlädt und schnell erreichbar ist. Das lässt sich nicht mal eben umsetzen und sollte im gesamten Prozess der Umgestaltung der Kiellinie berücksichtigt werden. Denn eine jetzt neu eingerichtete Bademöglichkeit, die am Ende nicht im Prozess der Umgestaltung integriert werden kann, könnte schnell wieder Geschichte sein. Daher streben wir eine dauerhafte Lösung an, die alle Interessen berücksichtigt, von Familien genutzt werden kann und eine gute Alternative zu den anderen Möglichkeiten darstellt.

Und so geht es weiter!

Wir bereiten dazu gerade einen Antrag vor, der sogar noch weiter geht: Wir wollen ein Gesamtkonzept für die Strände und Bademöglichkeiten in Kiel. Die bestehenden Strände sollen durch weitere Freizeitangebote attraktiver gestaltet und neue Bademöglichkeiten geschaffen werden. Mehr dazu findet ihr in unserer Pressemitteilung oder im kommenden Monat in der Ratsversammlung.

Pressemitteilung der Rathaus-Kooperation

Sichere und gute Bademöglichkeiten zu erhalten und zu schaffen, ist auch den sportpolitischen Sprecher*innen ein wichtiges Anliegen. „Der kurzfristig zur letzten Sommersaison angelegte Badesteg ermöglicht das sichere Baden in der Förde. Dieses Thema ist aber komplex und eine Ausweitung schwierig, da die Kieler Förde ein Hafen und somit das Schwimmen mitten im Hafenbetrieb zu gefährlich ist. Wir werden uns dafür einsetzen, die offiziellen Öffnungszeiten des Badestegs auszuweiten.“ 

Die Kooperation unterstütze deshalb weiterhin die Suche nach zusätzlichen Bademöglichkeiten. Unter anderem bei der Umgestaltung der Kiellinie sei dies zu berücksichtigen. Es gebe bereits gute Angebote an nah gelegenen Alternativen: Katzheide werde neu eröffnet, der Strand Hasselfelde sei ein gut angebundener Geheimtipp. Auch das Eiderbad, das Seebad Düsternbrook und das Seebad Holtenau böten Bademöglichkeiten, dazu die großen nördlichen Strände. Jedoch werde der Bedarf an innerstädtischen Bademöglichkeiten deutlich. 

„Wir treiben daher aktiv weitere Prüfungen voran, neue innerstädtische Bademöglichkeiten zu schaffen. Wir bereiten deshalb schon länger einen Antrag für die Ratsversammlung vor, um Eckpunkte für die künftige Entwicklung der Kieler Strände und Bademöglichkeiten festzulegen. Unser Ziel ist es, die bestehenden Bademöglichkeiten aufzuwerten und neue Badestellen zu ermöglichen. Die Förde muss so zugänglich wie möglich gemacht werden.“ 

Die Kooperation wolle das Thema ganzheitlich betrachten und nicht nur in heißen Sommern darüber diskutieren, wie es beispielsweise die CDU regelmäßig mit geringem Überraschungseffekt mache, ohne sich auch in kälteren Monaten um das Thema zu kümmern. Die gestrigen Aussagen der CDU verwunderten nun aber doch – schließlich habe sie den Beschluss im September 2018 zum Baden in der innenstadtnahen Förde gar nicht mitgetragen, sondern sich bei der Abstimmung enthalten. Der Kooperationsantrag hatte vorgesehen, kurzfristige Lösungen umzusetzen, um Badegelegenheiten an mehreren Orten in der innenstadtnahen Förde zu ermöglichen. 

Für die Rathauskooperation: Philip Schüller (SPD), Daniela Sonders (Bündnis 90/Die Grünen) und Annkathrin Hübner (FDP)

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Philip Schüller administrator

2 Kommentare bisher

Lutz RichterEingestellt am8:37 pm - Aug 15, 2020

‪Danke für den Blog. Dieser öffnet zumindest die Diskussion und ist ein konstruktiver Beitrag, der dem Problem gerechter wird. „Hafen ist Hafen“ des Sportdezernenten hört sich mir zu markig an und ist eher ein Debattenkiller (vielleicht ist er auch nicht so gemeint).
Über die Weiterentwicklung der Fördenutzung als Freizeitwert können und sollten wir nachdenken. Dazu gehören übrigens auch moderne und nutzerfreundliche Fördefähren (Stichwort: Buganlegerkonzept als barrierearmer Zugang für Teilhabebeeinträchtigte und auch Fahrradfahrende). Diese Frage allein der intransparenten KVG zu überlassen, halte ich für nicht angemessen angesichts der Tragweite.
Nichts ist in Stein gemeißelt, als dass es nicht der Zeit angepasst werden kann.‬

    Philip SchüllerEingestellt am11:46 am - Aug 16, 2020

    Moin Lutz, danke für deinen Kommentar. Ich sehe den Beitrag des Sportdezernenten zweigeteilt. Einerseits hat er natürlich recht, dass nicht einfach überall das Baden erlaubt werden kann (so wie ich es auch schreibe). Andererseits liest sich das natürlich wie ein (vll wirklich gewollter) Debattenkiller, wie du schon schreibst. Und das möchte ich nicht. Ich. möchte die Fördenutzung und das Baden in Kiel insgesamt weiterentwickeln. Da wird noch viel zu diskutieren sein.

    Mit den Förderfähren kenne ich mich nicht so aus, zumindest nicht mit deinen Stichworten. Allerdings ist für die Fähren nicht die KVG, sondern die SFK zuständig. Wenn du magst, kannst du mir gerne unter philip.schueller@spd-fraktion-kiel.de ausführliche Details zukommen lassen, dann leite ich es gerne an unsere Fachleute weiter.

    Beste Grüße,
    Philip Schüller

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