Das Vorzeigeprojekt der Kieler Innenstadtentwicklung: Der Kleine Kiel-Kanal

VonPhilip Schüller

Das Vorzeigeprojekt der Kieler Innenstadtentwicklung: Der Kleine Kiel-Kanal

Eigentlich fehlt nur noch das Wasser. Zumindest sieht es so aus. Die Bäume wurden gepflanzt, die Holzfußböden sind verlegt: Es kann los gehen. In nur wenigen Wochen wird das Vorzeigeprojekt der Kieler Innenstadtentwicklung fertiggestellt: Der Kleine Kiel-Kanal.

Über den Beteiligungsprozess zur Tiefgründung

Das Gesamtprojekt stand in allen Phasen immer wieder in der Kritik. Aber ein Argument, was gerne am Infostand kommt, kann man nicht so stehen lassen: „Es wurden nicht alle mitgenommen“. 

Die umfangreiche Bürger*innenbeteiligung mit zahlreichen Spaziergängen und Workshops bildet das Fundament des Kleinen Kiel-Kanals. Über 600 Ideen von Kieler*innen zeigen, dass es vielfältige Möglichkeiten gab, sich einzubringen. Im Jahr 2015 markierte der Beschluss der Kieler Ratsversammlung den Beginn des größten Projektes zur Entwicklung der Kieler Innenstadt. Der Tiefgründung der Wasserbecken stand nichts mehr im Wege. 

Unvorhersehbares in der Bauphase wird als Chance genutzt 

Nach der Tiefgründung standen die Herstellung der Nebenflächen und der Rohbau sowie der Rohrleitungsbau für das Nord- und Südbecken an. Und auch unschönen Überraschungen wurde getrotzt. Auf Höhe des Ahlmannhauses wurden Fundamentreste aus dem zweiten Weltkrieg freigelegt. Diese sind wiederum für die Statik des Gebäudes extrem wichtig, weshalb die ursprünglichen Planungen überarbeitet wurden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der Kanal ist schmaler geworden, stattdessen sind mehr Sitzmöglichkeiten am Wasser entstanden. Eine sinnvolle Anpassung zur weiteren Steigerung der Aufenthaltsqualität.

Mehr als 100 Millionen Euro private Investitionen

Dieses Projekt stellt den Startschuss für den Umbruch der Kieler Innenstadt dar. Schrittweise werden die Leerstände reduziert. Es entstehen viele neue Wohnungen und Hotels. Direkt am Kleinen Kiel-Kanal siedeln sich zahlreiche Gastronomieunternehmen an. Der Bauausschuss hat die Neugestaltung der Holstenstraße ausgeschrieben. Man kann also festhalten, dass sich die Kieler Innenstadt rasant entwickelt und das nehmen auch immer mehr Kieler*innen an. Es ist noch ein weiter Weg zur neuen Innenstadt. Aber über 100 Millionen Euro private Investitionen, die im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Bau des Kiel Kanals getätigt wurden, sprechen für sich. Die Stadt trägt auch nicht die kompletten Kosten, wie es immer mal wieder dargestellt wird. Davon abgesehen ist das aber bei dieser Höhe an privaten Investitionen sehr gut investiertes Geld.

Die letzten Schritte bis zur Eröffnung

Die Technik der Filterbecken ist mittlerweile installiert. Außerdem wurden bereits 32 Bäume, nämlich Silberlinden und Sumpfeichen, gepflanzt. Seit Anfang Juni ist auch die Asphaltdecke fertig. Was noch fehlt sind die in den Sommerferien geplanten Beschichtungsarbeiten. Die können allerdings erst durchgeführt werden, wenn es mehrere Tage lang trocken ist und das ist in Kiel ja immer so eine Sache. Danach werden die Busse auch wieder die reguläre Strecke fahren. Und wenn das Wetter gut ist, können wir dann schon das neue “Kiel-Feeling” am Kleinen Kiel-Kanal genießen.

Auch wenn die große Eröffnungsfeier im August ausfallen muss. Bei dem Gedanken an den Slogan der Kieler Innenstadt “Wir schwärmen für die Kieler Innenstadt…” fange ich auch direkt an zu schwärmen: Von einer lebendigen und modernen Innenstadt, die uns zeigt, wie schön es ist, am Wasser zu leben.

Kleiner Kiel-Kanal 2
Kleiner Kiel-Kanal / Ahlmannhaus
Kleiner Kiel-Kanal 3
Kleiner Kiel-Kanal / Stena Line

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Philip Schüller administrator

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