Sportpolitische Rede zum Kieler Haushalt

VonPhilip Schüller

Sportpolitische Rede zum Kieler Haushalt

Sehr geehrter Herr Stadtpräsident,
sehr geehrte Damen und Herren,

Sport ist nicht nur eine Form der Bewegung oder Voraussetzung für ein gesundes Leben. Nein! Sport ist viel mehr. Sport bietet die Möglichkeit von sozialem Zusammenhalt und schafft Möglichkeiten, sich auszutauschen. Und das egal wo man her kommt, ob man alt oder jung, groß oder klein ist.

Sport hat somit eine ganz besondere soziale Bedeutung in unserer Gesellschaft. Im Gegensatz zu anderen sozialen Leistungen sind die Ausgaben im Sport allerdings immer freiwillige Ausgaben. Umso höher sind die finanziellen Ausgaben der Stadt für den Kieler Sport ein- und auch wertzuschätzen. Umso entscheidender ist es, dass das zur Verfügung stehende Geld gezielt investiert wird. Und eines kann ich an dieser Stelle vorwegnehmen: Mehr Geld geht natürlich immer, aber die im Haushalt geplanten Ausgaben und auch unsere Anpassungen sind effektiv!

Sport ist für so viele Menschen von enormer Bedeutung. In Kiel sind ein Viertel aller Menschen in Sportvereinen organisiert. Sobald die Schulen mit dem Sportunterricht durch sind, werden die Kieler Sporthallen – kostenlos – zur Verfügung gestellt, genauso wie auch die Außensportanlagen. Das passiert Tag für Tag! Durch die intensive Nutzung ist der Sanierungsbedarf natürlich groß. Daher unterstützen wir, dass jährlich 400.000€ im Haushalt bereit stehen und so verlässlich in die Sanierung der Kieler Sportplätze investiert werden. Damit das noch transparenter geschieht, haben wir gestern die Entwicklung einer überarbeiteten Prioritätenlisten im Schul- und Sportausschuss beschlossen. Denn: Begrenzte Kapazitäten erfordern ein zielgerichtetes Arbeiten!

Doch die Nutzung von Hallen und Sportplätzen ist längst nicht alles. Richtigerweise hat die Ratsversammlung in diesem Jahr beschlossen, den Förderfonds Breitensport ins Leben zu rufen. Diese Art von städtischen Fonds sind ein geeignetes Mittel zur Beteiligung aller Menschen und fördert kreatives Denken, was wir schon am Beispiel von „Gemeinsam Kiel gestalten“ erkannt haben. Im Sport sind die Bedarfe, auf Grund der vielfältigen Sportarten, sehr individuell. Ein flexibler Fonds stellt dafür das beste Modell dar, um allen Kieler Sportvereinen gerecht zu werden und auch den immer größer werdenden, ungebunden Outdoorsports zu unterstützen. 

Ob die 150.000€ ausreichen oder nicht, sollten wir nach den ersten Entscheidungen ganz genau reflektieren. Ich habe kein Problem damit, bei einer größeren Nachfrage auch das Angebot nachträglich anzupassen. Im Gegenteil: Wenn unser Konzept angenommen wird und zu viele Ideen eingereicht werden, dann sollten wir mehr Geld in die Hand nehmen. Das jetzt zu fordern, ohne dass eine einzige Sitzung stattgefunden hat, ist wenig konstruktiv liebe CDU. Und ehrlich gesagt, nachdem wir hier alle der Fördersumme erst in diesem Sommer – gemeinsam – zugestimmt haben, auch ziemlich populistisch.

Wo Kritik ist, kann man aber auch mal ein Lob aussprechen: Denn konstruktiven und begründeten Anträgen stimmen wir sehr gerne zu. Wie zum Beispiel auch dem Antrag zur Erhöhung der Pauschalen für Übungsleiterinnen und Übungsleiter. Danke für die Initiative, der wir gerne folgen.

Doch nicht nur der Breitensport muss mit Blick auf die nicht-kommerziellen Sportarten, viel deutlicher unterstützt werden. Denn auch der wettkampforientierte Leistungssport bedarf der Förderung. Leistungssport gibt den Vereinen die nötigen Erfolge und auch die Vorbilder, um neue Mitglieder für ihre unterschiedlichsten Sportarten zu gewinnen. Dabei können unsere Sportplätze noch so gut sein: Wenn es in dem Verein keine Expertinnen und Experten gibt, werden auch keine neuen Vorbilder folgen. Um den Leistungssport zu fördern gibt es verschiedene Ansätze, die sich in diesem Haushalt wiederfinden. Zum einen sind es strukturelle und finanzielle Unterstützungen, zum anderen aber auch die Wertschätzung für die erbrachten Leistungen auszudrücken.

Der Vorsitzende des Kreissportverbandes Kiel hat auf der städtischen Ehrungsfeier für jugendliche Nachwuchs-sportlerinnen und -sportler gerade erst betont, dass Kiel in Sachen Sport einiges zu bieten hat. Das sehe ich auch so! Die Ehrung ist übrigens ein gelungenes Beispiel, wie man auch mit wenig Geld tolle Leistungen wertschätzen kann. Dafür mein herzliches Dankeschön für die tolle Organisation und Gratulation an die Sportlerinnen und Sportler für die tollen Leistungen.

Ein anderes Beispiel ist das Leistungszentrum Schwimmen, welches wir mit 5.000€ im Haushalt unterstützen wollen. Dieses Leistungszentrum soll Talente aus den Kieler Schwimmvereinen zusammenbringen, um diesen Jugendlichen ein ideales Training zu bieten. Dafür bedarf es kleine Trainingsgruppen und gut ausgebildete Trainerinnen und Trainer. Deswegen wollen wir den Aufbau eines solchen Leistungszentrums unterstützen und fördern. An dieser Stelle möchte ich auch weitere Sportarten und ihre Fachverbände dazu ermutigen, sich im leistungsorientierten Sport in diese Richtung zu orientieren. Wir werden uns in den kommenden Jahren noch mehr für den Leistungssport einsetzen, der leider immer wieder zwischen den wenigen, großen Bekannten Sportarten und den vielen Breitensportlerinnen und -sportlern unter geht.

Wenn wir schon beim Thema Schwimmen und Wasser sind, dann sei an dieser Stelle auch die Kieler Bäder GmbH erwähnt. Eine Tarifflucht wird es mit uns als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten nicht länger geben! Dazu aber später mehr, wenn wir den Antrag beschließen.

Ich bin froh, dass wir das Hörnbad gebaut und teil-eröffnet haben. Das gibt uns die Möglichkeit in den kommenden Jahren auch unsere restlichen Freibäder und Schwimmhallen zu sanieren. Für das kommende Jahr sind die Haushaltsmittel für Katzheide bereitgestellt und mit unserem Antrag zur Schwimmhalle Schilksee ziehen wir die Investitionsmittel im Haushalt für die Sanierung ins Jahr 2020 vor, damit es nahtlos weiter gehen kann.

Ich freue mich auch über die konkreten Verbesserungen in den Bereichen digitale Hallenverwaltung und der Planung des innerstädtischen Badens, die sicherlich noch durch meine Kolleginnen weiter ausgeführt werden.

Zum Schluss muss ich dann doch noch einmal auf den kommerziellen Sport eingehen, um genau zu sein auf das Holstein-Stadion. Liebe CDU, lieber Stefan Kruber, das ist doch scheinheilig sich hier hinzustellen und davon zu sprechen, die Steuergelder verantwortungsbewusst auszugeben. Ich erinnere noch einmal an meine erste Ratsversammlung, in der ganz schnell 10 Millionen ohne weitere Bedingungen bereitgestellt werden sollten. Das ist ein fahrlässiger Umgang mit Steuergeldern. Aber zum Glück gibt es die Kooperation, die Sie da ausgebremst hat. Sie haben damals dann ja doch noch unsere Forderungen übernommen. Wir stehen weiterhin dafür – bei möglichen neuen Investitionen ins Stadion – die gleiche Summe in den nicht-kommerziellen Sport zu investieren, damit von dem sportlichen Erfolg alle Kielerinnen und Kieler profitieren.

An dieser Stelle möchte ich mich bei der Verwaltung und dafür stellvertretend bei dem Sportdezernenten Gerwin Stöcken für die geleistete Arbeit und den vorgelegten Haushalt bedanken. Lasst uns auch weiterhin gemeinsam den Sport in Kiel verbessern, weiterhin sportliche Großevents wie 2018 die Special Olympics oder 2019 das mögliche EHF-Cup Finale nach Kiel holen und zeigen, dass wir eine echte Sportstadt der Zukunft für alle sportlichen Bereiche sind.

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Philip Schüller administrator

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